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Herre unser Herrscher. Kloster Isenhagen

Herre unser Herrscher. Musik der Heideklöster: Kloster Isernhagen Ensemble devotio moderna, Ulrike Volkhardt

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Herre unser Herrscher.
Musik der Heideklöster: Kloster Isenhagen

Ensemble devotio moderna, Ulrike Volkhardt

Schola und Ensemble "devotio moderna" beleben die Musik der norddeutschen Heideklöster neu. Das Studium der Originalquellen vor Ort, die Konsultation von Spezialisten aus Musik-, Sprach- und Sprechwissenschaften, von Instrumentenkundlern und -bauern sowie (Kunst-)Historikern und Archivaren dient dazu, alle sicherbaren Erkenntnisse zu gewinnen. Diese können aber nur ein unvollständiges Bild der Musizierpraxis geben, da die Überlieferung im Klosterleben durch praktisches Tun, also größtenteils mündlich erfolgte. Die Notenschrift bildete nur die Melodien der Gesänge ab (nicht die Aufführungspraxis), Musikdarstellungen in Form von Bildern schmückten die Handschriften und geben keinen direkten Aufschluss über Einsatz und Spielweise. Die unterbrochene praktische Überlieferung muss also heute durch kreatives Nach- und Neuempfinden ersetzt werden. Schola und Ensemble "devotio moderna" tun dies mit mehr und weniger geschulten Stimmen (so wie es sicher auch in den Konventen der Fall war) und eigens für das Ensemble auf der Basis von Abbildungen aus den Klöstern nachgebauten Instrumenten. Die Kraft der Musik als Element in den norddeutschen Klöstern gelebter und auch heute aktueller Spiritualität wird so wieder hör- und erfahrbar.

Im Kloster Isenhagen sind 60 mittelalterliche Gesänge erhalten, die neben biblischen Texten (etwa aus dem Hohen Lied) große individuelle poetische Kraft in Text und Melodik entfalten. Sie dienen damals wir heute der Versenkung in Höheres. Reiche Ornamente stehen z.B. einem schlichten, aber eindringlichen, stets wiederholten kurzen Abschnitt gegenüber (Repetendum). In andere Sphären führen vor allem auch die Strophenlieder wie "Criste qui lux es": Relativ schlichte Melodien werden über lange Zeiträume wiederholt und ermöglichen so eine besondere Art der Konzentration auf den Inhalt. - Neben den mittelalterlichen Originalmanuskripten birgt das Archiv des Klosters Isenhagen einen ganz besonderen Schatz: Eines von wenigen erhaltenen Exemplaren eines "Cantionall Büch oder Kirchengesenge", gedruckt 1573 zu Wittenberg, aber einer Isenhagener Konventualin zugeeignet. Hierin finden sich in frühem Typendruck, jedoch in der Anmutung mittelalterlicher Handschrift von Martin Luther aus dem Lateinischen übersetzte Gesänge für das gesamte Kirchenjahr. Spektakulär ist, im Anhang befindlich, eine der sehr frühen deutschen Matthäuspassionen, die "Historia von dem Leiden und Sterben unseres HERREN und Seligmachers Ihesu Christi aus dem Evangelio S. Matthaei kurz gezogen und nach den Personen ausgeteilet wie man sie in Christlicher Versamlungen pfleget die Marterwochen uber zu singen". Hier handelt es sich noch nicht um eine "Komposition", sondern um das Setzen des Evangeliums in der Tradition der Kantoren (evtl. Johan Keuchenthal, St. Andreasberg). Der Evangelist, Jesus, Pilatus u.a. rezitieren auf einem unterlegten Instrumentalton, die später reich ausgearbeiteten Chöre sind als "Turbae" bereits vorhanden, wenn auch in einfachen vierstimmigen Sätzen. Die Schlichtheit ermöglicht wiederum eine hohe Konzentration auf den Text und entfaltet große Intensität.


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