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Georg Friedrich Händel
Chandos Anthem IV (Psalm 96)
Chandos Anthem VI (Psalm 42)
Helen Boatwright, Sopran - Charles Bressler, Tenor
Collegium Musicum of Rutgers University, New Brunswick
Alfred Mann
Cantate C25201 (Streaming/Download)
Die konzertante Haltung und die Frische der Textinterpretation bedingen die formale Gestaltung der Anthems. Die Werke sind zugleich von glänzenden Kontrasten und affektenhaft beherrschender Einheitlichkeit erfüllt. Durch die Textwahl allein entsteht eine eindrucksvolle Mannigfaltigkeit innerhalb der sechs Werke. Innige Betrachtung (Psalm 51) wechselt mit jubelndem Lobgesang (Psalm 145) und mit prägnanter Dramatik ab (Psalm 11).
Im Gegensatz zu den lateinischen Psalmen, deren Text Händel vollständig komponierte (und dies trifft noch auf Psalm 100 zu), erscheinen die englischen Psalmen in strenger Versauswahl. Händel übernahm diese Textgestaltung selbst, und damit begann eine Art der Textzusammenstellung, die bei Händels späteren biblischen Werken von größter Bedeutung sein sollte und die den Kirchenkomponisten als erfahrenen Dramaturgen zeigt.