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Frank Martin: Messe (1922)
Messe für zwei vierstimmige Chöre
Kölner Kantorei
Volker Hempfling
Cantate C27617 (Streaming/Download)
Obwohl
die Messe ein frühes Werk Martins ist, kristallisieren sich doch
ganz deutlich schon typische Merkmale und Wesenszüge seines späteren
Stils heraus : Melodien aus kleinen Tonschritten, modale und
pentatonische Skalen, parallele Stimmführung, die Molltonalität,
unregelmäßige Taktarten (im credo)
und
seine Vorliebe für den Orgelpunkt. Die
harmonische Anlage bleibt mit Absicht weitgehend auf die
Modalität (Kirchentonarten) beschränkt.
Die
Messe ist das erste und zugleich auch letzte Werk, das Martin für
rein liturgische Zwecke komponierte. Bemerkenswert ist die
Entstehung; ist es doch nicht als Auftragswerk, sondern aus eigenem
Antrieb als Ausdruck ureigensten religiösen Empfindens entstanden
: Das
war eine Sache zwischen Gott und mir, die niemand anderen etwas
anging.
Um das Intime dieser Komposition zu schützen, verwahrte er das
Manuskript in einer Schublade, auch, weil dieses Werk
offensichtlich sein persönliches Glaubensbekenntnis enthält. Die
Uraufführung fand deshalb erst etwa vierzig Jahre später, 1963, in
Hamburg statt.