Katalog > Detailseiten > C2-
Heinrich Schütz: Psalmen Davids
Danket dem Herren, denn er ist freundlich (SWV 45)
Ach Herr, straf mich nicht in deinem Zorn (SWV 24)
Der Herr ist mein Hirt (SWV 33)
Wohl dem, der den Herren fürchtet (SWV 30)
Nun lob, mein Seel, den Herren (SWV 41)
Westfälische Kantorei, Wilhelm Ehmann
Cantate C28215 (Streaming/Download)
Diese Sammlung enthält 26 Werke, zu allermeist über Psalmen, wie der originale Titel bezeugt; daneben finden sich wenige andere Texte. Schütz wählte für diese Arbeit die farbigsten, bilderreichsten und tiefgründigsten Dichtungen. Die Psalmenkompositionen haben in der Kirchenmusik aller Sparten eine gesicherte und lange Tradition. Ihren liturgischen Ort besaßen sie als Introitus der Messen - und Hauptgottesdienste - und in den Horen; ausgebaut vorab in Mette, Vesper und Komplet.
Dieses Psalmenwerk muß als überschwenglich-geniales Jugendwerk des Dresdener Hofkapellmeisters gelten. Es wird als op. 2 geführt; Schütz mag 33 Jahre alt gewesen sein, als er diese Stücke niederschrieb. Von allen großen deutschen Komponisten ist er am spätesten zur Musik gekommen; mehr als einmal mußte er entdeckt und zum musikalischen Berufsstudium gedrängt werden. Zeit seines Lebens blieb er ein Langsam-Schreiber. In diesem Jugendwerk hat Schütz alle musikalischen Mittel zwischen Spätrenaissance und Frühbarock ausgewertet. Die geringste Besetzung bildet die an sich schon klangstarke Achtstimmigkeit mit Generalbaß. Dieser künstlerische Reichtum wird von Fall zu Fall durch Solisten, Füllchöre, zahlreiche Melodie- und Generalbaßinstrumente, unterschiedliche räumliche Anordnungen und die freie Schaltmöglichkeit des Kapellmeisters ins nahezu Unbegrenzte erweitert und gesteigert. Nie wieder hat Schütz eine derartige künstlerische Prachtentfaltung getrieben. Dabei ist in den einzelnen Werken eine unterschiedliche Vielfalt der Formen und Besetzungen verwirklicht.