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Joseph Haydn: Drei Orgelkonzerte
Albert de Klerk, Flentrop-Orgel in Loenen a. d. Vecht
Amsterdamer Kammerorchester, André Rieu
Musicaphon M20707 Streaming/Download
Haydns Instrumentalkonzerte heben sich aus dem Rahmen seines Gesamtschaffens meist weniger durch außergewöhnliche Qualität als vielmehr durch ihre Entstehungsumstände und mehr noch durch ihre Überlieferung heraus. Die Mehrzahl der Werke dieser Gattung zeigt deutliche Züge der für besonderen Anlaß geschriebenen gefälligen Gelegenheitskomposition; die Überlieferung ist vielfach lückenhaft oder fragwürdig. Es ist bekannt, daß Haydn dem Virtuosentum anders als Mozart nicht sehr geneigt gegenüberstand, es auch selbst auf keinem Instrument zu besonderer Fertigkeit brachte. Da es ihm in seiner kompositorischen Entwicklung vielmehr in erster Linie darum zu tun war, die motivische Arbeit zu intensivieren und zu verfeinern, mußte er danach trachten, jedes einzelne Instrument dem Gesamtgefüge der Komposition zu integrieren. „Sonderrechte“ für den Virtuosen, nie in nichts anderem zu begründen waren als in der artistischen und soziologischen Tradition des Virtuosentums, hatten in solcher Kompositionsstruktur keinen rechten Platz. So wird verständlich, daß das Gros der Haydnschen Instrumentalkonzerte in den fünfziger und frühen sechziger Jahren entstand und der Komponist in späterer Zeit mehr und mehr vom Konzert abrückte.
Wiederveröffentlichung einer SDG-Aufnahme von 1964