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František Ignác Antonín Tůma: Orchesterwerke
Partita d-Moll, Sinfonia B-Dur, Partita A-Dur, Sonata e-Moll, Sinfonia A-Dur
Prager Kammerorchester
Musicaphon M21235 (Streaming/Download)
František Ignác Antonín Tůma teilte das Emigrantenschicksal vieler tschechischer Komponisten des Spätbarock und der Vorklassik. Am 2.10.1704 in Kostelec nad Orlicí als Sohn eines Organisten geboren, studierte er am Jesuitengymnasium in Prag und war am Minoritenkloster bei St. Jakob als Sänger und Instrumentalist unter Černohorský tätig. Im Jahre 1722 ging er nach Wien und studierte bei dem berühmten Johann Joseph Fux Kontrapunkt und war seit 1731 als Kapellmeister und Komponist in Diensten des Grafen Kinsky tätig. 1741 trug die Witwe des Kaisers Karl VI, Elisabeth Christine, dem inzwischen hoch geschätzten Organisten und Gambenspieler Tůma den Posten eines Kammerkomponisten und Leiter der Privatkapelle an, der u. a. auch Georg Christoph Wagenseil, der italienische Geiger Trani und der Geiger Georg Ignaz Keller angehörten. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Tůma im Prämonstratenserkloster zu Gera als Lehrer der Ordensbrüder und starb am 30. Januar 1774 in Wien.
Tůmas umfangreiches Schaffen, in dem die Kirchenkompositionen den größten Raum einnehmen, galt jedoch in der musikalisch-stilistischen Übergangsepoche seiner Zeit bereits als konservativ. An den Stilmitteln des Barock geschult, versuchte er in seinen Kompositionen dem allgemeinen Zeitgeschmack der Frühklassik mit seinem Hang zur Subjektivierung der Tonsprache entgegen zu kommen. Die liedhafte Melodieführung in seiner Instrumentalmusik, Seufzermotive und empfindsame Molltrübungen zeigen sein Bemühen um diese „zeitgemäße“ Tonsprache, lassen jedoch die dominierenden Kompositionsprinzipien seines Lehrers Fux nicht übersehen. Nichtsdestoweniger sind jedoch bedeutsame Impulse auf die Weiterentwicklung speziell des tschechischen musikalischen Schaffens nachweisbar, und auch Haydn und Mozart sind von seinen Werken nicht unbeeinflusst geblieben. In 47 zyklischen instrumentalen Kompositionen dominieren Sonaten, Sinfonien und Partiten, in denen sich die Sonatenform mit kontrastierenden Themen und der typischen Dreiteiligkeit bereits ankündigt.