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Heinrich Schütz: Italienische Madrigale
Gächinger Kantorei, Helmuth Rilling
Musicaphon M21318 Streaming/Download
In ihrer Kombination gegensätzlicher Motive, im Überschwang großer Intervalle, im Wechsel des hellen und des dunklen Klanges, im Reichtum ihrer musikalischen Bilder und Stimmungen und trotz der Leidenschaftlichkeit des Empfindens und der Neigung zu jähen Umbrüchen und starken Kontrasten handelt es sich um eine höchst aristokratische Kunst, deren Verfeinerung jeden groben Ausdruck und alle drastischen Mittel meidet. Ein Hörer des 20. Jahrhunderts, dessen Ohren anderes, unendlich viel Gröberes gewohnt sind, muß sich in diese Kunst einer letzten Differenziertheit erst einhören und einleben. Dann aber wird er die Kunst und die Vielfalt der von Schütz verwandten Mittel der Textinterpretation erkennen und genießen können, die in ihrer Gesamtheit von der expressiven Musik unserer Zeit so weit entfernt sind, wie ein an Farben und Linien zartes Aquarell von einem in satten Farben aufgetragenen Ölbild.
Wiederveröffentlichung einer Musicaphon-Aufnahme von 1964