Direkt zum Seiteninhalt

M21603 C. Franck: Symphonie d-Moll - Cantate Musicaphon Records

Menü überspringen
Menü überspringen
Menü überspringen
Menü überspringen
Katalog > Detailseiten > M2-

César Franck: Symphonie d-Moll

Tschechische Philharmonie, Sir John Barbirolli
Musicaphon M21603 (Streaming/Download)
Cesar Franck, 1822 in Lüttich geboren, in Paris an St. Clothilde als Orgelmeister zu großen Ehren gekommen, begann mit seinen wesentlichsten Werken erst in seinem sechsten Lebens­jahrzehnt und erlebte im Todesjahr 1890 den ersten Publikums­erfolg. Er schrieb seine (einzige) Symphonie als Vierundsech­zigjähriger in den Jahren zwischen 1886-1888, die Urauffüh­rung erfolgte in Paris 1889 mit nur mäßigem Erfolg. Ambroise Thomas, der damalige Pariser Konservatoriumsdirektor, äußerte sich verständnislos über die neuartige, ungewöhnlich kühne Harmonik der Symphonie: Was ist das für eine d-Moll Symphonie, bei der das erste Thema im neunten Takt nach des, im zehnten nach ces, im einundzwanzigsten nach fis, im fünfundzwanzigsten nach c, im neununddreißigsten nach es, im neunundvierzigsten nach f moduliert?" Wie kein anderes der Franckschen Werke zeigt gerade die d-Moll Symphonie typische Wesensmerkmale seines Stils, eine Polyphonie fast gotischer Strenge, kontrastiert durch kühne Modulationen und chroma­tische Farbbrechungen wagnerscher Prägung. Hinzu kommt das Moment eigenwilliger Instrumentierungspraxis, die ihren Ursprung im Organisten und Orgelkomponisten Cesar Franck hat. Es fehlte nicht an Deutungsversuchen, den häufigen manualartigen Wechsel zwischen Streichern und Holzbläsern, den Gesamtklang (Tutti), die obligate Englischhornpartie (2. Satz) als Orgelsoloregister usw. der Spielpraxis der Orgel zuzuordnen.
Aus dem nötigen zeitlichen Abstand scheint uns heute Francks Verdienst darin zu liegen, eine Musik geschrieben zu haben, die entgegen den Zeichen seiner Zeit ohne Anlehnung an ein außermusikalisches Programm in sich selbst Erfüllung ist. Hierin zeigt er sich mit Anton Bruckner verwandt, beide Kom­ponisten haben, ohne des anderen Werk zu kennen, das „zy­klische Prinzip" als Bauelement thematischer Entfaltung aus­ schöpfend und folgerichtig angewandt. Die Themen der einzel­nen Sätze werden aus Abwandlungen eines einzigen motivi­schen Kems gewonnen und im Finale sich steigernd zusammen­gefaßt. Durch die Koppelung von Sonatenschema und Variation entsteht Einheit und Zusammenhalt.
Zurück zum Seiteninhalt