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Schumanniana
Aufeinander bezogene Klavierwerke von Clara Wieck/Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms
Franzpeter Goebels, Klavier
Musicaphon M21916 (Streaming/Download)
Die hier zusammengestellte Folge von Klaviervariationen sind zum einen „Dokumente einer Freundschaft", zum anderen einsichtsreiche und gültige Zeugnisse musikalischer Gestaltbreite in der Romantik. Im Mittelpunkt dieses Kreises steht Robert Schumann, dem die 13jährige Klaviervirtuosin Clara Wieck verehrungsvoll ihre Romance variée op. 3, 1832 widmete. Der so Geehrte bedankt sich bald darauf mit Impromtus op. 5, 1833, denen er das Thema seiner jugendlichen Freundin zugrundelegte. So besitzen wir zwei aussageträchtige Stücke über das gleiche Thema, jedes typisch für seinen Schöpfer wie auch für Tendenzen der Zeit.
Als reife Frau meditiert Clara Schumann, geb. Wieck, in der Zeit ihrer harten Schicksalsprüfung (1853) über ein Thema von Robert Schumann op. 99 Nr. 4, Albumblatt Nr. 1; es entstehen die Variationen op. 20. Als Komponistin ist sie inzwischen durch die Schule Roberts gegangen ‒ im Vergleich mit dem Jugendwerk wird die Entwicklung hörbar. Eben zu dieser Zeit übergibt der junge Freund des Hauses Johannes Brahms ‒ angeregt durch die schicksalsmäßige Verbundenheit mit Robert Schumann ‒ sein erstes Variationswerk der Öffentlichkeit: „über ein Thema von ihm, ihr gewidmet", wie es beziehungsreich auf dem Manuskript heißt, Variationen op. 9 über ein Thema von Robert Schumann, ein bezeichnendes Werk für Freiheit und Bindung des romantischen Komponisten. Damit liegen wiederum zwei Ausfaltungen des gleichen Ausgangsgedankens vor.
So verhelfen die vier vorliegenden Kompositionen ‒ hier zusammenfassend Schumanniana genannt ‒ nicht nur zu einer konzentrierten Begegnung mit romantischer Musik in ihrer Vielseitigkeit, sondern auch zu einer exemplarischen Erfassung dreier Persönlichkeiten, deren jede einzelne von ihrem Ausgangspunkt aus das musikalische Bild des 19. Jahrhunderts mitgeprägt hat.