M56885 - Cantate Musicaphon Records

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Frische Clavier Früchte
Das Cembalo zur Zeit Johann Sebastian Bachs
The Harpsichord in J. S. Bach‘s time

J. S. Bach: Concerto d­-moll BWV 987
F. W. Zachow: Suite h-­moll
J. Krieger: Fantasia è Partita in C
J. Chr. Bach: Präludium und Fuge Es­-dur
J. H. Buttstedt: Suite F­dur
J. Kuhnau: Sounata Quinta e­-moll
J. Pachelbel: Arietta F-­dur
J. Ph. Krieger: Passacaglia in d

Claudia Schweitzer, Cembalo · Harpsichord

Informationen über den deutschen Cembalobau des 17. Jahrhunderts und damit über das Instrumentarium, das den deutschen Cembalisten um 1700, dem jungen Bach und seinen Zeitgenossen, zur Verfügung stand, sind rar. Unter den erhaltenen Instrumenten dieser Zeit befindet sich ein einmanualiges, unsigniertes Cembalo aus Thüringen, erbaut um 1715, heute im Instrumentenbestand des Eisenacher Bachhauses. Seine baulichen und klanglichen Eigenschaften weisen zurück in das 17. Jahrhundert. Die Besonderheit des Instrumententyps besteht in der akustischen Anlage mit zwei Resonanzböden, welche das erstaunliche Volumen des verhältnismäßig kleinen Instruments erklärt. Der Klangcharakter ist dunkel und grundtönig und erinnert, da durch den doppelten Resonanzboden der Anreißpunkt der Saite stark zur Mittel hin verschoben ist, an Virginal und Laute.
 
Der in dieser Einspielung verwendete Nachbau des Instruments stammt aus der Werkstatt Jürgen Ammer (1993). Er hat den Umfang G1 – d3, zwei 8’-Register und Lautenzug.
 
Das Prinzip der doppelten Resonanzböden scheint ein Merkmal früher deutscher Cembali zu sein und findet sich bereits bei dem ersten erhaltenen Instrument von Hans Müller, Leipzig 1557. Im thüringischen Raum taucht es für uns nachvollziehbar zur Bachzeit noch einmal als Miniatur in der Puppensammlung „Mon plaisir“ der Arnstädter Gräfin Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt auf. In der vorliegenden Aufnahme erklingen Werke aus dem mitteldeutschen Raum, deren Komponisten mit dem Klangtypus der Instrumente dieser Cembalobautradition vertraut waren.
 
Mit Claudia Schweitzer erschien auf Musicaphon bereits die Ersteinspielung der Sonaten op. 1 von Genovieffa Ravissa (M 56865).
CANTATE und MUSICAPHON sind Label des KLASSIK CENTER KASSEL
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